Buch 14, Seite 80-82

Die Obersaal-Verfassung

Wie wir vergeben unsern Schuldigern

 

 


<Und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern.> Mt. 6:12

 

Als ein Christ kannst du nur dann kommen und den Herrn um Vergebung bitten, wenn du deinen Mitmenschen bereits vergeben hast. Du kannst dies Gebet nicht sprechen mit einer Kränkung (einem Übelnehmen) in deinem Herzen. „Diese Person dort hat mir das und das angetan; ich werd’s mit ihr genau so machen. Unser Vater, der Du bist im Himmel... Ich werde mich schon noch um sie kümmern. Dieses Mädchen kann ich nicht ausstehen. Ich möchte nicht mit ihr zusammenkommen. Mit dem Bruder möchte ich überhaupt nicht zusammensein. Da bäumt sich etwas auf in mir. Kommt er mir auf dieser Seite entgegen, gehe ich auf die andere Seite, ich hasse ihn.“ Dies Gebet gehört sich nicht für dich. Du mußt dein Herz reinigen, bevor du das Gebet sprichst, weil dies Gebet Gott mitteilt: „Herr ich habe meinem Bruder dort drüben schon vergeben und genauso dem ungeretteten Mann, auch meinem Nachbarn dort draußen, sogar dem Mann auf der Straße, dem Sünder, ich habe ihm schon vergeben, und nun bitte ich Dich um Vergebung für meine Sünden.“

Diese Korrektur muß vorgenommen werden, bevor du im Hause Gottes sitzt. Wenn du dort sitzt und das Token kommt, dann wirst du es nicht bekommen. Darüber spricht die Bibel. <Dein Reich komme...> „Herr, ich bitte Dich, mir meine Sünden zu vergeben, weil ich schon allen anderen ihre Sünden vergeben habe.“

Hört das Gleichnis, das unser Herr uns gab.(Mt. 18:23 -35) Das schließt hier an, wo ein Mann seinem Mitmenschen nicht vergeben konnte, aber sein Chef vergab ihm alle seine Schuld. Als sein Chef hörte, daß er seinem Bruder nicht einmal ein paar Pfennige erließ, sagte er: „Du übler Bursche! Ich werde dich ins Gefängnis werfen, bis du mir auf den letzten Pfennig alles bezahlt hast!“ Das ist ein Gleichnis. Wißt ihr, was es bedeutet? Der Herr warf ihn ins Gefängnis einer zurückgefallenen Verfassung, und er ging ins Gefängnis des Teufels. Er band ihn mit Dämonen. Das bedeutet es. Ja, du kannst deine Seele verlieren, wenn du deinem Bruder nicht vergibst. So gefährlich ist das.

Dies ist jetzt nur ein kleiner Typ: Jeden Tag nimmst du in deinem Wagen einen Bruder mit nach Hause. (Schaut einmal, wie übel Menschen sind!) Drei Monate, vier Monate. „Danke, Bruder, danke schön. Du bist wirklich ein liebenswürdiger Bruder.“ Doch eines Tages vergißt du ihn mitzunehmen, weil du so beschäftigt bist. Wißt ihr, dieser Bursche vergaß all die Freundlichkeiten, die du ihm erwiesen hattest, und beginnt dich in der ganzen Gemeinde anzuklagen, wie schlecht du bist. Das ist ein schlechter Mann! Er ist ein undankbarer Hund, undankbar! Wäre dieser Bursche nicht so übel, würde er dir dankbar sein für all die Monate, als du ihm dies und das gegeben hast und dafür, daß du ihn immer mitnahmst und ihn zu Hause vor der Tür abgesetzt hast, und dies eine Mal würde er übersehen. Er würde es dir nicht nachtragen. Am nächsten Tag willst du ihn wieder mitnehmen, doch er sagt: „Laß nur, Bruder. Ich werde schon selbst klarkommen.“ Du bist ein ganz übler Bursche! Da ist etwas Böses tief in dir, ein Nicht-vergeben-können. Oh ja.

 

Wenn ihr euren Brüdern nicht vergeben habt, seid ihr gekränkt; dann seid ihr nicht bereit für das Token. Wie willst du denn dort nach oben gehen und mit ihnen ein Herz und eine Seele sein, wenn du deinem Bruder nicht vergeben hast? Wie willst du denn in den Obersaal gehen, ohne ein Herz und eine Seele zu sein? Alle diese Dinge müssen hier unten erledigt werden. Wir müssen unser Herz ständig in die „Obersaal-Verfassung“ bringen. Das ist die Obersaal-Verfassung, über die ich spreche. Jeder der hier sitzt, muß alles aus seiner Seele herausschleifen.

Da gibt es Leute, die sind so empfindlich. Ich sage euch, wenn man ihnen aus Versehen mal etwas getan hat, werden sie sich bis zu ihrem Lebensende daran erinnern. Du bist eine bittere Person. Ein bitterer Mann, eine bittere Frau; so wirst du das Token niemals bekommen. In diesem Zustand wirst du nie auf den Obersaal kommen. Ist der Sinn dabei herausgekommen? Dieses Gebet hat eine Menge Sinn.

<Und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unseren Schuldigern.> Du sagst Gott: „Ich habe Bruder Bruce für seine Predigt gegen mich schon vergeben.“ Ja. Ihr lacht darüber? Man predigt den Leuten die Wahrheit, und sie hassen dich dafür. Jesus sagte in Joh. 8:40 <Aber nun sucht ihr mich zu töten, einen Mann, der euch die Wahrheit gesagt hat.>

 

<Führe uns nicht in Versuchung.> Seht ihr, man muß so vorsichtig sein bei allem was man tut und sagt und bei dem, was man den Herrn bittet: „Schütze mich, Herr. Führe mich nicht in Versuchung; ich möchte nichts Falsches tun.“ So umsichtig muß man wandeln.

<Sondern bewahre uns vor dem Übel: Denn Dein ist das Reich...>

Das ganze Gebet ist ein Obersaalgebet. <Denn Dein ist das (König-)Reich.> „Herr, laß mich niemals in Versuchung geführt werden – Denn Dein ist das Reich, das Token, die Ausgießung.“ Mit anderen Worten: „Du hast das Token; Du hast die Ausgießung; Du hast die Fülle. Es gehört Dir! Wenn Du es mir nicht gibst, kann ich es nicht bekommen.“ <Denn Dein ist das Reich...> Achtet darauf, was mit dem Reich und der Kraft geschieht. Seht ihr das? Die Kraft ist mit dem Reich verbunden.

 

ApGesch. 1:6-8 <Die aber, so zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel? Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat; sondern ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.>

Sie fragten ihn nach dem Reich, und Er beginnt, mit ihnen über die Ausgießung des Heiligen Geistes zu sprechen.

<Denn Dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.> Mt. 6:13

 

Er begann mit dem Reich und Er endet mit dem Reich, um euch zu zeigen, wo die Kraft und die Herrlichkeit für die Braut am Ende der Zeit ist. Sie sind Bestandteil des Königreichs, der Ausgießung des Heiligen Geistes. Man wird keine Kundgebung sehen; die Entrückung kann nicht stattfinden, es gibt keine Kraft, um die Toten aus dem Grab herauszubringen, keine Kraft, um euch von der Erde aufzuheben, bis der Herr mit einer weiteren Ausgießung des Heiligen Geistes kommt.

 

Freunde, ich hoffe, ihr habt diese kleine Botschaft heute abend erfaßt. Ich habe gar nicht daran gedacht, diese Botschaft in dieser Art zu bringen, bis ich gestern abend in das Zimmer ging und der Heilige Geist mir zuflüsterte: „Obersaal-Herzensverfassung.“ Ich sagte: „Bitte noch eine Minute, das ist das Gebet, das die Jünger beten sollten, und das ist die Herzensverfassung, die sie dazu brachte, ein Herz und eine Seele zu sein. Sie hatten Vergebung füreinander; sie kannten keine Bitterkeit; es war keine Selbstsucht in ihnen; sie hatten keinen weltlichen Ehrgeiz, nachdem sie dem Herrn gefolgt waren. Darum empfanden sie sich im Obersaal als ein Herz und eine Seele.“

 

So nenne ich diese Botschaft heute abend: „Herr, lehre uns beten“ und werde einen Untertitel hinzufügen, der vom Heiligen Geist verändert wurde: „Obersaal-Herzensverfassung“, damit jemand, der das Token empfangen möchte, nach diesem Band sucht und weiß, daß dies die Leitlinien sind, um es zu empfangen.

 

„Herr, lehre uns beten“ – Er lehrte sie, wie sie die Ausgießung des Heiligen Geistes empfangen konnten. Er lehrte sie, wie sie die große Fülle Gottes erlangen konnten. Er lehrte sie, wie sie das Token bekommen konnten, gerade in diesem Gebet.